Book cook Ausgabe 2

Book & Cook - Ausgabe 2

Ja, ich weiß! Die Sonne scheint jetzt wieder und alle sind sehr glücklich. Nur kleine couchpotatoes wie ich empfinden das ab dem 2. Tag als Outdoorterror und fliehen in ein exotisches Buch und danach kochen sie sich was Rosanes.

Book

Lily King hat Euphoria, ein flirrendes, packendes Buch geschrieben.Vom Leben der Ethnologin Margret Mead inspiriert, komponiert King in Euphoria ein mitreißendes Drama über Männer und Frauen, Ehe und Liebe, Konkurrenz und Macht.

Papua-Neuguinea. Weihnachten 1932.

Margret Mead (im Roman Nell Stone) von Malaria geschwächt und bis auf die Knochen ausgemergelt und ihr Ehemann Fen erforschen kriegerische Eingeborenenstämme am Fluss Sepik.

Auf einer Fähre trifft das Ehepaar Andrew Bankson, einen Star der britischen Ethnologenszene. Bankson ist durch Jahre einsamen Forschens seelisch zermürbt und bietet den beiden, auch, um etwas Gesellschaft zu haben an, sie zu ganz besonders interessanten Eingeborenenstämmen am See Tamm zu führen.

In den folgenden Monaten entwickelt sich eine erotisch flirrende, tragische Liebe zu dritt.

Vor dem Hintergrund der exotischen Rituale und der üppigen, fremdartigen Welt der Tammstämme beschreibt Lily King eindringlich die tiefe Kluft, die sich zwischen Fen und seiner Ehefrau Nell aufgetan hat: Nell erforscht die Lebensweise von Tamm-Frauen und Kindern. Sie findet schnell Kontakt zu den Kindern und gewinnt scheinbar mühelos das Vertrauen der Frauen. Nell Stone dokumentiert deren Lebensweise feinfühlig und exakt.

Ehemann Fen hingegen wäre am liebsten selber Papua-Krieger. Für Fen gilt: Gewalt? Prima! Kannibalismus? Umso besser! …Wie schmeckt eigentlich Missionar?- (Ich finde Missionar meist ungenießbar,- außer er wurde jahrhundertelang in Portwein eingelegt.)

Ehemann Fen ist seiner Frau Nell als Wissenschaftler zutiefst unterlegen. Wenn sie Kunst ist, ist er Wunst. Er will, unbedingt! Aber immer verschließt sich etwas. Diesen Umstand kompensiert er mit einem ganzen Bouquet brutaler Dominanzgesten Nell gegenüber - Nells Brille zu zertreten ist nur eine davon. Und dazwischen?

Dazwischen tickt ganz leise eine Zeitbombe: Bankson, die Antipode, - dieser aufmerksame und zutiefst schüchterne Mann, dem beide erliegen werden.

Bankson wird - im echten Leben - Margret Meads dritter Ehemann werden und Gregory Bateson heißen. Margret Mead schreibt einer Freundin über ihn: „1 Meter 93 verletzliche Schönheit!“ Batesons Foto wird bis zu Meads Tod an ihrem Bett stehen, der sensible Hüne wird dann aber bereits zwei weitere Ehen eingegangen sein.

Lily King entfaltet ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven: der des alten Bankson, der zum Teil herzzerreißend wehmütig zurückschaut, Tagebucheintragungen von Nell und einem neutralen Erzähler. Dadurch verschmilzt die Handlung zum facettenreichen, leidenschaftlichen Gemälde.Am Schluss stehen drei Forscher vor uns. Waren sie nicht ans Ende der Welt gereist, um das ganz und gar Fremde zu erforschen? Nun sind sie im Dschungel ihrer eigenen Seele gelandet.

Ich habe den Roman verschlungen. Euphoria ist übersetzt worden,- von Sabine Roth und zwar richtig gut.

 

P:S: Liebe Silberrücken Hollywoods: Falls ihr Euphoria verfilmt, bitte lasst Jane Campion Regie führen!- Und bitte besetzt Bankson nicht mit Leonardo di Caprio, sondern mit Ben Whishaw!

Cook

Think pink! Think pink! Think pihink! Heute koche ich eine rosa Beetesuppe und einen pinken asiatischen Glasnudelsalat.

Zunächst machen wir Kokosmilch selber - (das können nur wahre Cracks) - und einen würzigen Kokosrelish.

Kokosmilch: Kokosflocken in ein hohes Gefäß schütten, 3fache Menge kochendes Wasser aufschütten, pürieren und stehen lassen.

Relish: Ingwer und eine halbe Zehe Knoblauch, ein wenig Chili und die Schale einer halben Limette sehr fein hacken, alles in eine kleine Schüssel tun, salzen, etwas Agavendicksaft oder Zucker hinzufügen, Limettensaft und 3 ordentliche Spritzer thailändische Fischsoße.

Deko zum Salat: Pfanne erhitzen und geschälte gehackte Mandeln, Sesam und Schwarzkümmel rösten, eine halbe reife Avocado in kleine Würfel schneiden, einen halben Bund frischen Koriander hacken.

Pink-Nudeln: 7 Esslöffel Essig, 6 Esslöffel Zucker und etwas Salz mit einem guten halben Liter Wasser erhitzen, eine rote Beete mit dem Sparschäler in feine Scheiben schneiden und ins Wasser tun, köcheln lassen.

Nun 2 Portionen Glasnudeln (das sind meistens so viereckige Päckchen) in eine Schüssel legen, Salz zufügen und mit kochendem Wasser bedeckt 3 Minuten einweichen.

Kokosmilch: Sie pürieren nun das Kokos - Wassergemisch nochmal und gießen die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine Schüssel. Dabei auf die Kokosflocken im Sieb energisch mit einem Löffel drücken.

Relish Von den Flocken nehmen Sie einen Teil fürs Relish ab und verrühren ihn mit den anderen Zutaten,- mit dem Rest können Sie Ihr Müsli verzieren.

Nudeln : Nun nehmen Sie die Nudeln aus dem Wasser und lassen Sie sie im rote Beete Topf versinken, den Sie nun vom Feuer nehmen. Die Nudeln werden pink! Warten Sie, bis Sie eine Farbe haben, die Ihnen gefällt. Gießen Sie geröstetes Sesamöl in eine Schüssel und Limettensaft, nochmal etwas Fischsauce und ein wenig Agavendicksaft. Holen Sie die Nudeln mit einem Nudelheber aus der roten Beete und tun Sie sie in das Öl, werfen Sie Kokosrelish darüber und prüfen Sie, ob Ihnen das Ganze salzig/ fettig/ sauer genug ist. Individuell in tiefen Schalen anrichten, Avocado, den gehackten Koriander und die Nußsamen darüber streuen und mit Stäbchen essen. - Das allein stellt für manche bereits eine Form von Diät dar!

Suppe: Stellen Sie die rote Beete wieder auf den Herd, schälen und würfeln Sie einen halben Apfel und tun Sie ihn in die Suppe, wenn Sie noch ein paar Streifen Orangenschale haben, rein damit,- nun gießen Sie die gesamte Kokosmilch an, keine Angst, sie ist dünner als die handelsübliche und katapultiert nicht alles in die „Bounty-Liga“,- köcheln lassen, gießen Sie ein bisschen Blutorangensaft an, fügen Sie eine mutige Spur Vanille dazu. Pürieren Sie die Suppe, ich streiche sie noch durch ein Sieb und esse sie mit ein wenig gehacktem Koriander.

Zum Nachtisch hab ich leider nichts,- nur einen Zweig mit Litschis, der enorm anmutig in einer schwarzen Lackschale vor sich hindämmert..- Der ist eindeutig zu schön um gegessen zu werden! Aber dann Haps! sehe ich es plötzlich doch anders.

Suppe rote Beete, Salz, Zucker, Reisessig ein halber Apfel, Vanille,   Blutorangensaft, frischer Koriander, evtl. Orangenschale, Kokosmilch

Nudelsalat: Glasnudeln, Sesamöl, Limettensaft, Fischsauce, Salz, Agavendicksaft

Relish: Kokosflocken, Fischsauce, Ingwer, Limetten oder Zitronenschale, frischer Chilli

Deko: ½ Avocado, gehackte Mandeln, Sesam und Schwarzkümmel, frischer Koriander

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