Book cook 15

Book & Cook - Ausgabe 15

Frühling ist mit blauem Band gegen eine Wand gerannt, aber das ist uns egal! Wir lesen ein schönes Buch über einen Spießer und schälen Spargel.

Book

Ich empfehle Ihnen Babbit von Sinclair Lewis, einen Roman über einen Jedermann im Jahr 1921 in der amerikanischen Phantasiestadt Zenith, übersetzt von Bernhard Robben.

Babbit ist Amerikaner, Immobilienmakler, gemütlich-langweilig verheiratet, er hat 3 Kinder, geht zur Kirche und lechzt nach gesellschaftlicher Anerkennung. Babbit hat Feinde: sein Übergewicht, seine Faulheit und seine Nikotinsucht.

Babbit bekämpft diese Feinde mit guten Vorsätzen....Um sich schon 3 Sekunden später in den Armen seiner ungesunden Freundinnen wiederzufinden. Man erkennt sich selbst in Babbit wieder.

Unser Held ist getrieben, immerwährend auf der Suche nach Zugehörigkeit und Status im Reich der amerikanischen Männlichkeit: Im Club rumsitzen, rauchen, trinken, reich und wichtig sein, mit dem Auto herum brausen, Recht haben und keine ermahnende Gattin um die Ohren. Er ist weder ein intelligenter noch ein tragischer Held, ganz Mittelmaß und aufgeblasener Spießer und dennoch, ich war nach ein paar Seiten süchtig nach Lewis´ hasenfüssigem Helden und folgte ihm bereitwillig in seine beschränkte Welt.

Das liegt natürlich an Lewis´ großartigem Erzählstil.
Babbit hat einen Freund: Paul Riesling.  Riesling ist anders, er hat Tiefe und versucht - mit tragischem Ausgang - aus der erdrückenden Spießigkeit Zeniths auszubrechen. Babbits Liebe zu Paul Riesling, das Gefühl, eigentlich nur mit ihm richtig am Leben zu sein, markiert einen feinen Riss in Babbits Fassade. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Lewis, selbst ein notorischer Säufer, Babbits Freund diesen hochprozentigen Namen gab. Und schon hoppelt Babbit zurück auf die saftigen Weiden der Sentimentalität, der Selbstgerechtigkeit und der unsauberen Immobilien-Deals.

Nicht der Plot macht Babbit zum Lesevergnügen. Es ist Lewis` alles durchziehender Humor und gleichzeitig seine Weigerung, seine Hauptfigur auf dem Altar der Lächerlichkeit zu opfern.

Sinclair Lewis hat Babbit 1922 geschrieben und 1930 den Nobelpreis dafür erhalten.
Und Bernhard Robben hat diesen Roman hinreißend übersetzt.
Er mag 100 Jahre alt sein und wirkt doch so frisch und aktuell, wie ein richtig sympathischer Nachbar, der Afd wählt.

Cook

Spargel
Sie sind wieder da! - Der Flieder und der Spargel.

Seit ein paar Jahren koche ich Spargel nicht mehr, schäle ihn aber gerne und gründlich – auch den grünen!- am liebsten während ich einen Film schaue.

Die Spargelenden und - schalen koche ich in Salz- und Zuckerwasser zu einer Spargelbrühe auf. Den geschälten Spargel lege ich übergossen mit Olivenöl und mit Meersalz bestreut und ein paar Zitronenscheiben obendrauf in einen Bräter und lasse ihn bei 170 Grad im Ofen garen. Kurz vor Ende streue ich geriebenen Parmesan darüber. So gebackener Spargel sticht seine gekochten Kollegen aromathechnisch aus. Am schönsten finde ich es, große Mengen davon ohne alles andere zu vertilgen.

Köstlich ist auch ein lauwarmer Spargelsalat mit Rucola, Korianderkraut, ein wenig von dem Ofenöl und Limettensaft.

Aus der Spargelbrühe mache ich manchmal nach dem Herausnehmen der Fasern eine Suppe. Ich püriere dazu das Weiße von einigen Stangen Spargel mit ein wenig Brühe, als Suppeneinlage gibt es nur Spargelspitzen. Viele! Viele! Viele!
Meine katholische Oma erzählte gern von Sankt Asparagus, einem Geistlichen und Pionier der Homöopathie: Bei einer Essenseinladung wurde ihm eine prächtige Platte mit Spargel gereicht: „Für mich nur ganz wenig!“ fiepste er, schnitt sämtliche Spargelspitzen ab und reichte die kopflose Platte an seine nach Luft schnappende Gastgeberin weiter. Moral: Neue Ideen haben es am Anfang oft schwer.

Spargel: Grüner Spargel, Meersalz, Zitrone, Olivenöl , Parmesan
Salat: gebackener Spargel, Koriander, Rucola, Zitrone, Öl
Suppe: Spargelabfall, Salz, Spargel, Zitrone

 

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