Book cook bea von malchus 08

Book & Cook - Ausgabe 8

Heute essen wir Linsen, lassen uns von einer mutigen 70 Jährigen inspirieren und gehen dann im Schnee spazieren. Gibt es etwas Schöneres als leise pupsend durch den Schnee zu wackeln und sich vorzustellen, man sei nicht so ängstlich? Ich wüßte nicht was.

 

Book

Wenn man oft nach dem harmlosesten Pfad sucht, auf dem man sich durchs Leben winden kann, dann ist „Durch Mauern gehen“ ein Gegengift!
Schon wieder eine Biographie!
Und wie ich finde, ein Pageturner. 

Marina Abramovic ist eine Grenzen sprengende, radikale  Performance-Künstlerin und eine faszinierende Frau.
Sie ließ sich anzünden, schneiden, lag stundenlang nackt auf Eisblöcken oder säuberte riesige Berge blutiger Knochen in einer heißen Halle.
Ihre Arbeiten waren oft spektakulär und wurden mit Preisen überhäuft.
Man mag ihrer Kunst Exhibitionismus und Selbstzerstörung vorwerfen, aber eines nie: Halbherzigkeit.

Marina Abramovic hat sich ihr Leben was kosten lassen! Und zwar auf jeder Ebene: Kunst, Liebe, Essen, Freundschaft. 

Zu ihrem 70. Geburtstag ist bei Luchterhand ihre Autobiographie erschienen: Durch Mauern gehen.

Darin erzählt sie offen und humorvoll von ihrer bedrückenden Kindheit als Tochter einer zwanghaft sadistischen Top Kaderfrau im Jugoslawien Titos, von ihrer Transformation des Erlittenen durch Kunst, ihrer Weltreise in einem umgebauten Citroen-Bus, ihrem Jahr bei den Aborigines Australiens, ihrer monatelangen Wanderung über 2500 Kilometer chinesische Mauer.

Marina Abramovic berichtet auch von ihren schönen und Herz zerbrechenden Lieben, spätestens dort wird klar, dass es nichts umsonst gibt. Zum Schluss ihrer Biographie verbinden ihr Leben und ihre Kunst sich und werden zu Stille,- in Abramovics großer Schweige-Performance: „The artist is present“  in New York.

Im MOMA hat Marina Abramovic 75 Tage lang schweigend auf einem Stuhl Tausenden von fremden Menschen einzeln gegenüber gesessen und viele von ihnen durch einen einfachen Akt schweigender Präsenz zum Weinen oder zum Lächeln gebracht.

P:S: Der gleichnamige Dokumentarfilm: „The artist is present“ lohnt sich übrigens auch.

Cook

Ein Linsengericht,- so betörend, dass Esau sein Erstgeburtsrecht dafür gegeben hätte!

Wir nehmen Berg- oder Belugalinsen und köcheln sie, ohne Salz und nicht zu lange in ihrer doppelten Menge Wasser. Abgießen.

Währenddessen bereiten wir eine grüne Currypaste zu,- die hat zwar ziemlich viele Zutaten, aber es lohnt sich, das Readymade zu verschmähen. Wir pürieren 3 Knoblauchzehen, das Innere von 4 Stängeln Zitronengras, ein daumengroßes Stück Ingwer, 4-5 grüne frische Chillis - Samen entfernen und unbedingt testen! (Meine Asia- Händlerin sagte: „Is so nich so schaff!“-Nach dem Genuss wollte ich eine Gaumentransplantation.) 2 Hände Korianderkraut, Saft und Schale einer Limette, evtl. thailändische Fischsauce (Wenn Sie die weglassen, ist das Gericht vegan, macht aber etwas weniger Spaß.)

Sud: Nun braten wir eine weitere Knoblauchzehe und ein Stück Ingwer leicht an, löschen mit 1/4 Liter Kokosmilch ab und fügen dem Sud ein Kaffirlimettenblatt hinzu, dann lassen wir den Sud etwa 4 Minuten vor sich hin köcheln. Kräftig salzen! Wir fügen - yes! - Ich habe den Verstand  verloren! Aber tun Sie es! - 3 Teel. grüne, trockene Teeblätter hinzu und lassen den Sud noch einmal ca. 5 Minuten ziehen. Den Sud durch ein Sieb in den Endtopf gießen, 3 Esslöffel grüne Currypaste hinzufügen, nochmal 3 Minuten köcheln, dann die Linsen hinzufügen und wieder erwärmen. Sie können noch ein paar gewaschene, rohe Spinatblätter mitziehen lassen, oder viele Basilikumblätter in das Gericht streuen.

Linsen: Beluga oder Berglinsen, Spinatblätter oder Basilikum

Currypaste: 3 Knoblauchzehen, das Innere von 4 Stängeln Zitronengras, ein daumengroßes Stück Ingwer, 4-5 grüne frische Chillis, 2 Handvoll Korianderkraut, Saft und Schale einer Limette, evtl. thailändische Fischsauce

Sud: 1/4 Liter Kokosmilch, Salz, 1 Knoblauchzehe, ein Stück Ingwer, gehackt 1 Kaffirlimettenblatt, 3 Teel. grüne Teeblätter

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