Book cook bea von malchus 09

Book & Cook - Ausgabe 9

Liebe Leser! - falls diese Seite überhaupt welche hat - nun kam aber lange nichts Neues, weil ich im Moment ein Stück schreibe, das in der Renaissance spielt. Und da verbiete ich mir immer die Lektüre von themenfremden Büchern. Heute gehen wir mit dem bereits verstorbenen John Williams auf die Büffeljagd. Danach erfinden wir ein Lemoncurd-Parfait. Das Parfait schmeckt in etwa so: Man hört ein Cello und plötzlich fliegen 24 kichernde Zitronenfalter vorbei.

 

Book

Deshalb empfehle ich einen Oldie in der Hoffnung, dass Sie ihn nicht längst kennen: Butchers Crossing von John Williams.

John Williams Roman Stoner hat zu Recht viel Aufsehen erregt.

Wenn Sie Stoner nicht kennen, lesen Sie ihn! Als Mensch mit ein wenig Schwermut auf der Hüfte können Sie Stoner sofort lesen.
Wenn sie aber eher ein „gute Laune Bärchen“ - Typ“ sind, dann warten Sie vielleicht bis die Osterhasen vertrocknet sind und die ersten Blätter fallen.

John Williams 1960 erschienenes Butchers Crossing handelt von vier grundverschiedenen Männern, die 1873 in Kansas in eine verlassene Bergregion reiten, um eine legendäre Büffelherde abzuschießen.
Meine Güte! Braucht die Welt einen Roman über Büffeljagd?! Ja. Wenn er von Williams verfasst wurde, JA!

Williams beschreibt die Jagd aus der Sicht von Andrews, einem feinfühligen 23 Jährigen Harvard-Abbrecher, der sagt: “Ich bin meinetwegen hier.“ Andrews diffuse Hoffnung auf Selbstfindung in dieser rauen Landschaft wird in den monatelangen Strapazen in der Wildnis erfüllt und zugleich für immer zerstört.

Die drei anderen Jäger sind von unterschiedlichsten Motiven getrieben: Geldgier, dem Drang, sich zu beweisen, Loyalität.

Eine berückend schöne und zugleich erbarmungslose Natur ist das Bühnenbild, in dem die Männer sich erden, in dem sie zerbrechen und manche von ihnen sterben, nicht ohne vorher in einer Orgie sinnloser Gier die majestätische und arglose Büffelherde abgeschlachtet zu haben.

Ein Roman wie ein Ritual, eine Einweihung ins Leben und ins Sterben.

Williams findet Bilder für die Zerstörungs- und Entfremdungskraft von Habgier. Der literarische Stil von Williams ist reduziert und entfaltet einen Zauber, der mit Worten schwer zu fassen ist.

Williams beschreibt Holz, Leder, Schnee, Durst, Wind, wie man Gewehrpatronen gießt, Tannen im Regen, dünnen Kaffee, Muskelkater, ein Schnapsglas im Lampenlicht, die Brust eines schlafenden Mädchens, den triumphierenden Blick eines Mannes, der gerade vom Huf seines eigenen Pferdes erschlagen wird.

Ein Buch so unvergesslich wie eine kleine Narbe.

Cook

So! Und jetzt noch ein bißchen Frühling mit Lemoncurd und einem Lemoncurdparfait.

Lemoncurd gibt es fertig zu kaufen. Er schmeckt 3 minus und macht trotzdem dick. Ein selbstgemachter Curd hingegen.... tja! - ist Medizin! Süchtige löffeln ihn pur vor der offenen Kühlschranktür, Zwanghafte streichen ihn diszipliniert dünn auf Toast. In einem Lemoncurd-Parfait versprüht der gute Curd frühlingshüpfende Eleganz.

CURD: Ich schäle die Schale von 3 Biozitronen ab und hacke Sie fein, dann presse ich den Saft der Zitronen aus, wiege 140g Zucker ab, nehme einen Esslöffel voll Ghee oder Butter und eine schöne Prise Vanillepulver und erhitze alle Zutaten auf dem Herd.

Derweil verkläppere ich 3 ganze Bioeier. Wenn die Zitronenmasse heiß ist, nehme ich sie von der Herdplatte und lasse sie ein wenig abkühlen, dann gebe ich die Eier durch ein Sieb gestrichen dazu. - Nun vorsichtig (Gerinnungsgefahr) über einige Minuten erneut erhitzen! - Meist quirle ich mit dem Mixer ein wenig im Ganzen herum, das kühlt!- Nach einer Weile verdickt sich die Masse, dann fülle ich damit ein! sauberes, leeres Marmeladenglas. Den Rest von Curd brauchen wir für das Parfait!

Parfait: Ich stelle eine leere Schüssel ins Gefrierfach, - das hätte ich natürlich als allererstes tun sollen! Ich hacke die Schale einer Bioorange sehr fein. Dann zerbrösle ich 4 Meringuen in verschieden große Stücke.

Wenn Sie Meringuen selber backen können, WOW! Ich kaufe sie am liebsten in der Schweiz bei COOP.

Ich kippe einen Becher Schlagsahne in die eiskalte Schüssel und schlage die Sahne steif.

Dann hebe ich sie mit einem Spatel vorsichtig und nicht zu lange unter die Orangenzesten, den Lemoncurd und die Meringuen.

Ich kleide eine kleine Tartform mit Klarsichtfolie aus, fülle die Masse in die Form, decke alles mit Folie ab und stelle das Parfait für ein paar Stunden ins Gefrierfach. Meist schneide ich später damenhaft kleine, dafür aber recht viele Tortenstücke aus dem Parfait und bin sehr glücklich.

Lemoncurd     3 Biozitronen 1 El Ghee oder Butter Vanille 3 Eier, 140g Zucker

Parfait   4 Meringuen, 1 Bioorange (Schale), 1Becher Schlagsahne, Lemoncurd

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